Umbruch 2.0

SV 09 Flörsheim will mit aller Macht die Klasse halten und krempelt sein Team nach dem A-Liga-Abstieg erneut um

Das Führungs-Quartett des SV Flörsheim. Von links nach rechts: Lena Kleinfeldt (Vorsitzende), Karin Springer (Mitgliederverwaltung), Fabio Schmidt (2. Vorsitzender) und Christina Hauck (Schriftführerin). Foto:Natascha Gross
Das Führungs-Quartett des SV Flörsheim. Von links nach rechts: Lena Kleinfeldt (Vorsitzende), Karin Springer (Mitgliederverwaltung), Fabio Schmidt (2. Vorsitzender) und Christina Hauck (Schriftführerin). Foto:Natascha Gross

Ein kalter, regnerischer Nachmittag im Januar. Es ist schon dunkel, das Flutlicht ist bereits an. Doch trotz allem trainiert die F-Jugend auf dem Sportplatz des SV Flörsheim. Im Vereinsheim spielen drei Mitglieder der Soma-Mannschaft Karten. In dem urigen Raum sitzen auch zwei junge Frauen: Lena Kleinfeldt, 24, und Christina Hauck, 25. Die beiden sind nicht etwa Spielerfrauen oder Mütter eines „Schlumpfs“ - wie die unter siebenjährigen im Verein heißen - nein, die beiden führen den Club. Kleinfeldt ist seit März vergangenen Jahres erste Vorsitzende, Hauck erste Schriftführerin. Beide sind in der Damenmannschaft des Vereins aktiv, ebenso die dritte Vorstandsfrau, Kassiererin Nadine Lehmann.

 

Seit gut einem Jahr hat sich einiges verändert bei den Blau-Weißen. Und das war nötig. Die Herrenmannschaft – noch vor vier Jahren stolze Bezirksoberligisten – sind fast jede Saison eine Klasse tiefer gerutscht. Momentan kickt die Elf von Toni Sofia in der Kreisliga B, letzter Platz, 106 Gegentore in 21 Spielen. „Wir dachten, wir hätten ein konkurrenzfähiges Team“, sagt Kleinfeldt. Doch durch den Abstieg aus der Kreisliga A haben mehrere Spieler den Verein gewechselt, und das, nachdem erst vor einem Jahr ein neues Team geformt wurde: „Nach der Winterpause sind nur sieben Spieler zum Training angetreten, es wurden einige aussortiert“, so Mannschaftskapitän Tobias Würbach, selbst erst seit einem Jahr im Team. Zu dem Zeitpunkt stand die Mannschaft unter dem damaligen Trainer Dieter Weinfortner sogar noch besser da als heute: Nach 17 Spieltagen lagen die 09er auf Platz 12. Und trotzdem landete der ambitionierte Verein nur auf dem Relegationsplatz – die ging dann gegen den TuS Niederjosbach verloren. Der erneute Umbruch folgte mit dem Trainerwechsel, diesmal schon vor der Winterpause. Bereits fünf Partien steht der Italiener Toni Sofia an der Seitenlinie, seitdem wurden immerhin fünf Punkte geholt und Flörsheim hat deutlich weniger Gegentore kassiert. „Der neue Trainer macht nicht viel anders. Aber er hat Ruhe reingebracht und hat mehr Unterstützung“, sagt Würbach. Mit Ruhe meint der 30-jährige die älteren Spieler, die ins Team gerückt sind und den jüngeren die Unsicherheit nehmen sollen. Unterstützung fehlte Weinfortner an der Außenlinie, weil sein Co-Trainer und Sohn Maurice selbst auf dem Platz mitwirkte. Sofia hingegen assistieren sowohl ein Co- als auch ein Torwarttrainer. „Senol Tunaligil hat ein weites Auge“, attestiert Vorstandsvorsitzende Kleinfeld dem neuen Co-Trainer. Doch damit soll es nicht getan sein. Gleich acht neue Spieler wurden für die entscheidenden Spiele verpflichtet. Darunter zwei Torhüter: Andreas Kowal (FC Türk. Gücü Rüsselsheim II) und Andre Schwarz (Aurora Jena). Außerdem Andreas Notter (TSG Worfelden), Eduardo Acosta Cruz und Choukri Belhassine (beide SV 07 Raunheim), sowie Jorge Manuel De Sousa Ribero (AC Italia Groß-Gerau), Hüseyin Hatip (A-Jugend FC Eddersheim) und Moshtaba Ahmadi vom Lokal- und Ligarivalen DJK Flörsheim II. 35 Mann fasst das Team jetzt insgesamt, da kann Sofia aus den Vollen schöpfen – beinahe eine zweite Mannschaft aufstellen. Flörsheim will mit aller Macht die Liga halten: „Fußballerisch haben wir es eigentlich drauf, aber das wird ein hartes Stück Arbeit“, meint der Kapitän, von Beruf Architekt. Die Stimmung im Verein sei positiv, auch mit dem Damen-Trio an der Spitze komme man gut klar: „Wir haben keine Probleme damit, das Frauen den Verein führen. Sie spielen selbst und können diese Erfahrung einbringen“, denkt Würbach. Zudem machen die Damen sowieso einen großen Teil des Vereins aus; die erste Mannschaft spielt in der Gruppenliga und steht aktuell auf Rang zwei.

Ein frischer Wind weht beim SV Flörsheim. Auf dem Platz, an der Seitenlinie und im Vereinsheim. Ob sich die 09er mit diesem Aufwind noch zumindest in die Relegation retten können, hängt auch davon ab, wie gut die Vorbereitung mit all den neuen Spielern gelingt. Im Verein ist man jedenfalls optimistisch. In Flörsheim soll die Sonne wieder scheinen.

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