Große Rennaissance

Flörsheimer Fußballteams sind auf dem Vormarsch

Was Bayern München noch anstrebt, wurde am „goldenen Sonntag“ für die Flörsheimer Fußballgemeinde schon (fast) zur Realität. Die „großen Drei“, die in den letzten Jahren nicht nur “große

Zeiten“ erlebten, feierten im Gleichklang den jeweiligen Aufstieg in die nächsthöhere Klasse. Nur bei den „Blauen“, sprich dem SV 09 Flörsheim, gibt es noch rein theoretische Zweifel bei sieben Punkten Vorsprung zum Relegationsplatz und einem durchaus günstigen Restprogramm. Schon am Sonntag (15.00 Uhr) könnte mit einem zu erwartendem sicheren Heimsieg gegen Kellerkind Primavera Hofheim und einer Niederlage vom Vierten DJK Hochheim (Relegationsplatz, die ersten Drei steigen automatisch auf) im Spitzenspiel beim Zweiten Bad Soden II praktisch gefeiert werden. Den Grundstein zum vermeintlichen Aufstieg legte der SV 09 Flörsheim mit einem 2:1-Auswärtssieg beim FV Neuenhain II. Nach dem tiefsten Absturz in der Vereinsgeschichte ist die Rückkehr in die B-Klasse (zweitniedrigste Spielliga im MTK-Kreis) also fast perfekt, die „Leidenszeit“ der zuletzt oft mitleidig belächelten “Blauen“ zu Ende. Und die B-Klasse soll nur mittelfristig ein Zwischenschritt sein, leider fällt durch den Aufstieg der DJK-Reserve (siehe unten) nun erst einmal das Ortsderby in der B-Klasse “flach“.


Die „Blauen“ leiteten also die Renaissance des Fußballs in der Untermainstadt ein. Fast gleichzeitig siegte die zweite Mannschaft der „Schwarzen“, die DJK Flörsheim II, mit 3:1 zuhause im Vorspiel der „Ersten“ gegen die BSC Kelsterbach. „Das ist zwar noch nicht der Meistertitel, den holen wir uns am kommenden Wochenende in Eschborn. Aber es war der so wichtige Aufstieg in die A-Klasse, jetzt werden unsere vielen jungen Spieler so richtig gefordert“, freute sich der noch zu junge Erfolgstrainer Gökhan Aggül über die „Wiedergutmachung“ für den letzte Saison noch so unglücklich (nur eine Niederlage!) verpassten Aufstieg. Am Ende stand „nur“ Platz drei zu Buche, aber mit ungebrochener Moral sowie dem Einbau von vielen neuen und vor allem jungen Spielern gelang nun derTriumph. „Ich verliere ja fast den Überblick“, lacht Aggül, „oft tummeln sich rund 30 Spieler imTraining. Und jetzt kommen noch vier oder fünf Spieler aus der starken A-Jugend hinzu, das gibt ein Hauen und Stechen. Gut für den Konkurrenzkampf, wir brauchen jeden Spieler in der spielstarken A-Klasse“. Einziges Ziel sei nun der Klassenerhalt. „Die Zeit der Siegesserien dürfte erst einmal vorbei sein. Aber wir gehen leicht optimistisch in die neue Spielzeit, unser Jungbrunnen versiegt nicht so schnell“.


Als die „Zweite“ noch ausgiebig auf dem Platz und später am Spielfeldrand feierte, konzentrierte sich die „Erste“ schon auf dem gleichen Terrain auf das „großen Coup“. Nur noch ein winziger Zähler fehlte zum „Traumziel“ Meisterschaft in der Bezirks-Oberliga. Es war kein Geheimnis, dass der Sekt schon kaltgestellt war. Kein Zeichen von Überheblichkeit gegenüber dem Gegner SG Oberliederbach II, aber zu klar beherrschte die DJK Flörsheim bisher die mehr oder weniger zu Statisten degradierten Kontrahenten. Sage und schreibe 68 Punkte und stolze 98:23-Treffer stehen zu Buche, 18 Punkte vor

dem „Verfolger“ FC Eschborn II. „Eine Welt im Fußball“, meinte der ehemalige DJK-Leistungsträger Nils Heibel als einer der zahlreichen Fans am Spielfeldrand. Nun stehen noch die letzten „Pflichtspiele“ auf dem Programm. „Da wollen wir nachholen, was wir heute in einer schwachen zweiten Halbzeit verpassten“, spielte der sportliche Leiter Dirk Ludwig, zusammen mit Trainer Richter der „Vater der Meisterschaft“, auf den knapp verpassten 100 Saisontreffer (bisher 98) an. „Das holen wir am Sonntag nach“, so Ludwig. Also noch ein letztes (kleines) Ziel, aber der Blick ist bereits auf die neue Spielzeit ab August gerichtet. „Die Gruppenliga Wiesbaden ruft, seit Sonntag sind auch wieder die Hoffnungen auf ein Ortsderby gegen den Ortsrivalen Germania Weilbach etwas gestiegen. Die „Kicker“ aus dem Ortsteil errangen einen schwer erkämpften 2:1-Heimsieg gegen die SG Orlen. Noch kann die Germania das rettende Ufer – die Zahl der Absteiger steht wegen der möglichen „Rückzieher“ anderer Vereine (z. Bsp. Türk Wiesbaden aus der Verbandsliga) noch nicht fest – erreichen. „Wir drücken fest die Daumen. Ein Orts-Derby wäre nicht schlecht., Aber es ist klar, wir kämpfen von Beginn an erst einmal um den Klassenerhalt. Die Zeit der Feuerwerke und der Siegessong wie nun im Moment dürfte erst einmal nur eine schöne Erinnerung sein“, meinte Dirk Ludwig, früher Fußball-Profi in der Bundesliga (u.a. FSV Frankfurt) angesichts der „Sektduschen“ und des obligatorischen Songs „We are the champions“ mit Blick auf die neue Spielzeit. Oben im „Fußball-Himmel“ dürften derweil sein Vater, der unvergessliche „DJK-Macher“ Bernd Ludwig und sein frühere „Kontrahent“ Harald Oerter von den Blauen auf den gemeinsamen „golden Sonntag“ angestoßen haben.


Zum Saisonstart stieß Hans Richter, zu seligen DDR-Fußballzeiten in Leipzig und Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt) Aktiver in der obersten DDR-Spielklasse, zur DJK Flörsheim. Einer seiner Ausbilder für den Trainer A-Schein war der legendäre Hans Meyer, später unter anderem Erfolgscoach in Mönchengladbach und Nürnberg. „Leider wurde der A-Schein hier nicht im Westen anerkannt, ich wurde auf den B-Schein nach erneuter Prüfung abgestuft. Das reicht mir aber vollkommen, für mich ist der Job als Fußball-Übungsleiter nur eine schöne nebenberufliche Tätigkeit. Ich arbeite in der Frühschicht auf dem Flughafen in Frankfurt, habe daher nachmittags genügend Zeit, mich um mein schönes Hobby zu kümmern. Das mache ich allerdings mit Akribie, es macht riesigen Spaß mit den Jungs. Die sind ehrlich, voll bei der Sache und die Zusammenarbeit mit Dirk Ludwig klappt reibungslos. Wir haben bereits per Handschlag für die neue Saison in der Gruppenliga verlängert“.


Bleibt das Erfolgsteam zusammen? „Fast zu einhundert Prozent. Leider verlässt uns aber das große Talent Schellmann, er wechselt zum Hessenligisten 1. FC Eschborn und will sich dort noch weiterentwickeln. Das kann ich verstehen, so sind nun mal die Laufwege im Fußball“. Ansonsten kann Richter nach derzeitigem Stand voll auf das Aufstiegsteam setzen, angereichert mit weiteren „Nachrückern“ aus der Reservemannschaft und mittelfristig mit Spielern aus der A-Jugend. Die aber mit Sicherheit, erst Recht jetzt nach dem Aufstieg in die achthöchste Liga, noch einige Zeit zum „Reifen“ benötigen. „Ich möchte bewusst keinen Spieler aus unserem Kollektiv hervorheben“, so Richter. An Neuzugängen gibt es derzeit noch keine „spruchreifen“ Namen, obwohl natürlich schon seit einigen Wochen erste Kontakte – der Aufstieg macht attraktiv! – bestehen. „Aber ganz klar. Wir bauen auf den jetzigen Stamm der Mannschaft. Die sind erstens eingespielt, besitzen zweitens genügend Substanz für unser primäres Ziel Klassenerhalt. Und gehören auch etwas belohnt für diese tolle Saison“, so Richter.

Nicht zuletzt durch den 4:1-Heimsieg im Pokal gegen die derzeit noch zwei Klassen höher angesie-

delten Verbandsligaspieler aus Oberliederbach unterstrichen die „Schwarzen“ vom Untermain, dass sie nicht nur „Punktelieferant“ in der Gruppenliga sein müssen. Und wenn es schlecht für Oberliederbach läuft, spielt man bereits in der neuen Saison in einer Liga. Die DJK Flörsheim ist wieder „wer“.

 

Quelle: Flörsheimer Zeitung

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